Vereinsausflug 2003

Schon früh mußten wir an diesem 5. Juli aus den Federn. Der Bus wartete auf der Lände, damit die Fahrt pünktlich um 7.03 Uhr beginnen konnte.
Unser Fahrer Klaus vom Busunternehmen Enders chaufierte uns nun über die Autobahn nach Augsburg, dann weiter über Donauwörth nach Weißenburg in Mittelfranken. Da kaum Verkehr auf den Straßen war, erreichten wir bereits gegen halb 10 Uhr unseren ersten Zwischenstopp, wo wir den Fremdenführer Hr. Zebisch an Bord nahmen.

Dieser erzählte uns nun gleich interessantes zur Geschichte von Weißenburg:
Die aus einem fränkischen Königshofs (ab 500 n.Chr.)  gewachsene Reichsstadt erhält 793 vermutlich Besuch von Karl dem Großen, wird um 1028 Königsgut der Salier und später der Staufer. Um 1240 erhält die Stadt eine Selbstverwaltung mit Stadtrechten und einen eigenen Wappen. 1262 wird Weißenburg von Herzog Ludwig 11. dem Strengen völlig zerstört.
1296 ist Weißenburg bereits Reichsstadt, erhält 1372 das Kaiserliche Steuerprivileg und 1377 eine Regierungsform mit Ratszusammensetzung, die bis 1802 gültig bleibt.
Weißenburg verliert im Jahre 1802 seine Reichsfreiheit, fällt zuerst an Kurbayern, dann an Preußen und 1806 endgültig an das Königreich Bayern.
Nach dem Krieg beginnen umfangreiche bauliche Maßnahmen, die die Stadt in die Moderne führen, jedoch durch Sanierungsmaßnahmen auch das mittelalterliche Stadtbild erhalten.

Das Ellinger Tor mit den beiden alten Wappen (links 1481, rechts 1241) und dem aktuellen in der Mitte.

Blick in die Innenstadt mit Ansicht des gotischen Rathauses.

Ansicht mit Stadtmauer und Stadtkern. Das lädt zu einem extra Besuch ein.

Nun ging die Fahrt nach Ellingen:
Hier war über die lange Zeit von 600 Jahren der Deutsche Orden das beherrschende Element, das Gebiet war im Besitz und unter der Herrschaft des Ordens
Nach anfänglichem Engagement in Heiligen Land wurde nach einer vernichtenden Niederlage die Interessen auf die Kolonisierung der Balkan Staaten gelegt.

Unser Fremdenführer erklärt ...

Schloss in Ellingen

Schloss in Ellingen mit Maibaum

Auf der B2 (die frühere Reichsstraße 2 von Königsberg bis nach Mittenwald, führte weiter über den Brenner bis nach Venedig) fuhren wir weiter Richtung Pleinfeld.
Unterwegs wurde uns erklärt, was der Hintergrund für den Bau der Stauseen ist. Der Regnitz soll mehr Wasser zugeführt werden, um der “nicht ausreichenden Wasserversorgung” des Großraumes Nürnberg entgegen zu wirken. Dazu wird der Donau und dem Brombachspeicher Wasser entnommen und in das Gebiet transportiert. Das geschieht zum Einen aus der Donau über den Rhein-Main-Donau-Kanal. Das Wasser wird an 5 Pumpstationen über einen Höhenunterschied von ca 70 Metern in den jeweiligen Kanalabschnitten hochgepumpt und zum Andern aus künstlichen Stausee Brombachsee (aus der Altmühl gespeist) entnommen.

Auf dieser Strecke verläuft weiterhin der Limes (nördlichster Grenzwall des römischen Reiches von 150-250 n.Chr.) vom Kloster Weltenburg bis um Neckar. Bei Pleinfeld führt die ICE-Trasse noch über ein Viadukt aus dem Jahre 1840, welches die Bahn schon abreisen wollte, was jedoch aus Denkmalschutz-Gründen verhindert wurde.

Am Brombachsee (bei Alllmansdorf) angekommen stiegen wir zum Damm hoch und wurden anhand der Informationstafeln in die Details des Baues eingewiesen. Auf dem Gebiet des See’s gab es nur 11 Mühlen und landwirtschaftliche Flächen, die alle weichen mußten. Der Seegrund wurde vollständig von aller Vegetation befreit um so dem Stausee zu weichen.

Eine Übersichtskarte

Zuhörer und Im Hintergrund das Profil des Kontrollganges im Damm.

Blick vom Damm auf den Brombachsee mit Ausflugsdampfer.

Und schon wurde wieder aufgebrochen. Über die Ortschaft Großweingarten, schön am Hügel gelegen, mit einer Serpentinenstraße von 110m Höhenunterschied zum Tal, ging es vorbei an herrlichen Kirschbaum-Plantagen nach der Ortschaft Spalt, welche berühmt ist für das doppelt gehopfte Spalter Bier.
In dieser Gegend wird auch der fränkische Hopfen angebaut. Jedoch sind die Anbauflächen in ihrer Größe rückläufig. Das liegt am Preisverfall des Hopfens. Früher wurde der Hopfen an Stangen hochgezogen und bei der Ernte direkt im Feld gezupft. (Ein Arbeiter schaffte bis zu acht Körge á 30 Liter pro Tag und bekam pro Korb 60 Pfennige). Heute wird alles hoch technisiert mit Spezialmaschinen geerntet.

Typisches Haus mit den Räumen zum Hopfen-Dörren, in den hohen Giebeln untergebracht.

Sandstein Häuser

Landschaft im Seenland.

In Spalt ist auch eine größere Kirche im Stile einer Basilika zu bewundern, ein Zollhäusen aus alter Zeit und viele Wirtshäuser mit einheimischer Kost laden zum Verweilen ein.

Die Rundfahrt führt uns nun weiter über Absberg, welches direkt am See liegt, vorbei am Hotel der “Weinkönigin”, zum Altmühlsee. Da noch Zeit vor dem Essen ist, fahren wir einmal um den Altmühlsee herum. Wobei der nur von einigen erhöhten Punkten zu sehen ist, da er ca 6m über dem Level des umgebenden Landes liegt. Dabei sieht man die typische Landschaft, wie sie vor dem Baus des See’s aussah. Der “verkehrte Fluß” Altmühl fliest extrem langsam durch die Lande und speist den Altmühlsee. Dieser ist mit einem, teilweise unterirdischen, neun Kilometer langen Kanal mit dem Brombachsee verbunden.

Danach kehrten wir im Seezentrum (Freizeitzentrum seit 1987) am Altmühlsee bei Gunzenhausen ein.

Nach dem Mittagessen ...

ein wenig die Beine

vertreten.

Bei stürmischem Wind.

Jetzt warten wir auf das Ausflugsschiff.

Unser Gast aus dem hohen Norden. Karen von Sylt.

Der Kapitän kann’s so gut wie der Kollege am Königssee!

Eva nimmt das Steuer und macht die Kapitänsschule.

Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön...

Erdinger Weißbier in der Fremde!

Bitte lächeln.

Geht doch.

Was hat der Kapitän noch auf Lager?

Jetzt trink ‘mer no was.

Hallo Papa, das hätte dir auch gefallen.

Sollen wir auch mal steuern?

Applaus für den Chef des Dampfers.

Nun ist’s schon wieder rum.

Weiter im Programm. Auf nach Gunzenhausen. Dort war Bürgerfest. Eine Menge Rummel auf der Straß, für jeden was.

Biergarten?

Stadtbild mit Bürgerfest

Schmucke Häuschen

Die evangelische Kirche von innen

und von außen.

Der Adlerbräu mit Vogerl.

Eine Weinlaube,perfekt zum Rasten

Und denn man Prost!

Kirschen direkt vom Baum.

Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so ...

Unser kurzer Ausflug nach Gunzenhausen war dann auch schon wieder vorbei. Auf dem Heimweg besuchten wir noch die Kirschbaum-Plantagen. Und da wurden die meisten auch noch fündig.
Gesund und munter (nach einem Schläfchen im Bus) kamen wir geben 19.30 Uhr wieder in Bruck an, wer Zeit hatte ging noch zum Griechen auf der Lände - zum gemeinsamen Ausklang bei einem netten Abendessen.

Ein Dankeschön an die Reiseleitung “Astrid und Co.” Auch danke an alle netten Teilnehmer - denn nur dann kann’s funktionieren, wenn alle schön mitmachen.