Chronik (lang)

Ausf├╝hrliche Chronik

Die K├Âniglich Privilegierte Feuersch├╝tzengesellschaft ist der wohl ├Ąlteste Sch├╝tzenverein des Landkreises F├╝rstenfeldbruck. Die Bestimmung des tats├Ąchlichen Alters, der Anfang des Sch├╝tzenwesen in F├╝rstenfeldbruck ist nur schwer m├Âglich, da aus dieser Zeit nur wenige Urkunden erhalten sind.  Unsere Altvorderen sind irgendwann auf das Jahr 1570 gesto├čen, wie das ├╝berlieferte Wappen der Gesellschaft zeigt, doch die Informationen hierr├╝ber sind versch├╝tt gegangen.
Im ,,Bayerischen St├Ądtebuch” (Herausgeber Prof. Keyser u. Prof. Stoob; Seite 204-209, Absatz 11b) gibt es den Hinweis auf  eine Sch├╝tzengesellschaft in Bruck, die angebl. 1540 gegr├╝ndet wurde.

Die folgenden Informationen ├╝ber das fr├╝he Sch├╝tzenwesen und die Wehrpflicht stammen aus der Stadtchronik von Jakob Gro├č; vgl. 1) . Die Quellen hierf├╝r waren die Gemeinderechnungen des Marktfleckens “Bruck”. Weitere Texte stammen aus dem Praxishandbuch “Der Sch├╝tzenverein” von Herausgeber Michael Graf

Der Ursprung des Sch├╝tzenwesens - Wehrpflicht und Waffendienst

Die Waffen
Fr├╝he Waffen ist die in allen Kulturkreisen bekannte Schleuder und der Wurfspie├č. Sp├Ąter kam der Bogen hinzu, der im Hochmittelalter bis auf hundert Meter eine t├Âdliche Durchschlagskraft erreichte und f├╝r die bis dahin vorherschende Ritterschaft (Hundertj├Ąhriger Krieg 1337-1453) schwer besch├Ądigte. Die Armbrust kam Ende des 11.Jahrhunderts nach dem ersten Kreuzzug nach Europa und konnte mit ihrer Durchschlagskraft eiserne Ritterr├╝stungen auf 50m durchschlagen.
Im 12. und 13. Jahrhundert lie├čen die St├Ądte ihre B├╝rger damit ├╝ben, um die Verteidigung zu verbessern.

Um die Mitte des 14. Jahrhunderts kamen in Europa die “Feuerrohre” (gegossenes Rohr mit Schaft und Z├╝ndrohr) auf, ab 1388 in Deutschland auch Handb├╝chse genannt. Anschle├čend entstanden die “Luntengewehre” (auch Hakenb├╝chsen) mit einer Pfanne am hinteren Laufende. Diese waren sehr schwer, unhandlich und von geringer Treffgenauigkeit.

In den Sch├╝tzengesellschaften setzten sich die Feuersch├╝tzen erst im 15. der 16. Jahrhundert durch, wohl nach der Erfindung der Steinschlo├čgewehre. Die Feuersch├╝tzen standen in Rivalit├Ąt mit den Armbrust(Stahl-)sch├╝tzen und waren oft eigene Gesellschaften.

Die Sch├╝tzengesellschaften bzw. Sch├╝tzengilden
Da es im Mittelalter keine Meldepflichten gab, damit auch nur selten Gr├╝ndungsurkunden, ist das alter der heutigen Gesellschaften oft nur schwer auszumachen. In alten freien Reichsst├Ądten sind Sch├╝tzengilden ab 1139 dokumentiert.
Viele Sch├╝tzengesellschaft gehen auf kirchliches Wirken zur├╝ck, in derem Dienst sie teilweise standen. Ihr Schutzheiliger war oft der Hl. Sebastian. Die gro├čen und bekannten Sch├╝tzenfeste, mit hohen Preisen und weitgereisten Teilnehmern, fanden vor dem Drei├čigj├Ąhrigen Krieg statt. Sch├╝tzenk├Ânige erhielten auch Baurecht oder hatten ein jahr lang Zechfreiheit. Eingeladen wurde zu den Festen mit einem Ladbrief, der oft sehr schmuckvoll gestaltet war und alle Bedingungen des Schie├čens enthielt.
Nach dem Drei├čigj├Ąhrigen Krieg, ganze Landstriche waren verw├╝stet, setzten die Herrscher und die St├Ądte mehr auf stehende Heere als auf Sch├╝tzengilden. Mit Verordnungen wurde das Schie├čwesen immer mehr eingeengt und St├Ądte und Herrscher hatten kein Geld und so bleiben die Sponsoren aus. Dies f├╝hrte zum Niedergang des Sch├╝tzenwesens.
Erst Kurf├╝rst Carl Theodor(1777-1799) f├Ârderte wieder die B├╝rger mit Kenntnissen imSchie├čen, da dies ein Nutzen zur Vaterlandsverteidigung war. So kam es zu seiner Sch├╝tzenordnung von 1796.

Nach den Kriegen mit Napoleon (1815) waren die Sch├╝tzenvereine wiederum in Bedeutungslosigkeit versunken (Deutschland war in 35 F├╝rstenh├Ąuser zerspalten, Waffen waren meist verboten worden).

Beim Turnfest 1848 in Esslingen wurde gefordert, einen deutschen Sportbund zu gr├╝nden, doch erst 1861 wurde das erste Deusche Sch├╝tzenfest ausgerichtet, bei dem der Deutsche Sch├╝tzenbund gegr├╝ndet wurde.
Die Gr├╝ndung des Deutsche Sch├╝tzenbund f├╝hrte auf reginaler Ebene zur Gr├╝ndung von Verb├Ąnden und vielen Sch├╝tzenvereinen, nun auch auf den D├Ârfern. Dies war der Aufschwung f├╝r das deutsche Sch├╝tzenwesen.
So gibt es seit 1862 alle drei Jahre ein Bundesschie├čen, das jedoch zu den Zeiten der Kriege ausgesetzt wurde (1914-1926, 1937-1954; Einzug der Waffen, Ersatz der Verbandssatzung erfolgte 1933 durch die neue Regierung; Aufl├Âsung des Deutschen Sch├╝tzenbundes am 15.8.1933; Verbot von Waffen in den Besatzungszonen nach dem 2.Weltkrieg; Das Sportschie├čen wurde erst 1952 wieder gestattet).
Diese 100-j├ĄhrigeTradition endete 1965, da sich kein Verein mehr fand, der bereit war den enorme finanziellen und organisatorischen Aufwand zu betreiben.
Am 18.11.1951 fand die Proklamation des Deutschen Sch├╝tzenbundes statt. Daraufhin gr├╝ndeten sich wieder viele Sch├╝tzenvereine neu, mit ├ťbernahme des alten Namens und der Satzung.

Das Sch├╝tzenwesen in Bruck im 17. und 18. Jahrhundert

Zu Anfang des 17. Jahrhunderts stellte Bruck die sogenannten “Ausgew├Ąhlten” zur bewaffneten Macht des Landes. Dies waren ungef├Ąhr 20 Bewaffnete zu Fu├č, die aus den wehrf├Ąhigen Bewohner gew├Ąhlt wurden. Sie bildeten, wie in jedem Landgericht die “Landfahnen”, und mu├čten j├Ąhrlich mehrmals f├╝r wenige Tage zu Waffen├╝bungen erscheinen; meistens am Gerichtssitz. W├Ąhrend der Dienstzeit wurden sie von der Gemeinde verk├Âstigt.

Im Jahre 1613 bestanden die Ausgew├Ąhlten von Bruck aus 5 “Muskatieren”, 5 “einfachen Sch├╝tzen” und 6 “Doppels├Âldnern”. Die Muskatierer zogen am 12. Mai, am 15. Juni, am 7. Juli und am 24. August nach Dachau zum Exerzieren, die f├╝nf einfachen Sch├╝tzen am 19. Mai, 22. Juni, 14. Juli und 25. August, die sieben Doppels├Âldner am 28. Mai, 29. Juni und 7. September. Jeder Mann wurde aus der Gemeindekasse mit 10 Kreuzern entsch├Ądigt.

1625 r├╝stete der Markt auch 2 Reiter aus, welche wei├če lederene Koller trugen.
Am 2. M├Ąrz 1691 mu├čten 9 Ausgew├Ąhlte zur Erf├╝llung des Landfahnens nach Friedberg ausziehen. Dem Markt erwuchsen aus deren ÔÇ×Mundirung" 159 Gulden Kosten. Desgleichen mu├čten am 11. Juni und 8. Juli wieder mehrere nach dem Lechfeld, nach Friedberg und nach Ingolstadt.

Im Jahre 1701 vermehrte Churf├╝rst Max Emanuel seine Armee und Landwehr. Beide berief er f├╝r 14 Tage nach Schwabing in ein Lager und hielt am 9. Oktober gro├če Heerschau. Die Ausgew├Ąhlten mu├čten au├čer der ├ťbung in Schwabing am 1. Mai zum Exerzieren nach Dachau und sp├Ąter noch einmal zur Musterung nach Friedberg.

Die zur Landwehr geh├Ârige ausgew├Ąhlte Mannschaft mu├čte am 27. Mai 1702 zum Exerzieren nach Friedberg und 7 von ihnen marschierten im Oktober ├╝ber Friedberg mit nach Donauw├Ârth. Sie scheinen l├Ąngere Zeit abwesend gewesen zu sein. Auch wurde jeden Freitag im Markt exerziert.

Am 18. M├Ąrz 1704 sandte man die ausgew├Ąhlte Landwehrmannschaft nach Friedberg und traf im Markt Verteidigungsanstalten. Trotz allen Bem├╝hungen wurde Bruck im August von ├Âsterreichischen Truppen fast g├Ąnzlich niedergebrannt.

Anno 1717 wurde zu Ehren des gl├╝cklich vollbrachten Feldzugs in Ungarn von den geistlichen Obricgkeit ein festliches Amt abgehalten, bei dem die Sch├╝tzen 3 mal Salve gaben.

Am 1. Juni 1735 mu├čten die 9 Ausgew├Ąhlten zur Abholung des Gewehres und zum Exerzieren nach Friedberg und sind 6 Tage dort geblieben, was pro Mann und Tag 20 Kreuzer f├╝r die Gemeindekasse bedeutete. Am 13. Juni mu├čten wieder 8 von ihnen nach Dachau.

 

 

Gesellschafts- und / oder Personenbezogene Aufzeichnungen

1540

Lt. dem ,,bayerischen St├Ądtebuch (Herausgeber Prof. Keyser u. Prof. Stoob) existierte bereits 1540 in Bruck eine Sch├╝tzengesellschaft.
 

1786

Am 26. September ist in Bruck wegen der Geburt der zwei Prinzen von Zweibr├╝cken und Birkenfeld unter dem Donner der B├Âller ein solennes Hochamt mit Te deum abgehalten worden.

Am 9. bis 12. October wird ein Freudenschie├čen anl├Ą├člich der frohen Geburt der zween durchlauchtigsten Prinzen Ludwig und Pius aus dem Hause Wittelspach gegeben;  von der Sch├╝tzengesellschaft der Haupt= und Residenzstadt M├╝nchen, auf derselben Schie├čstadt .
Teilnahme von (Sch├╝tze Nr.64) Hr. Anton Bruckmayr, von F├╝rstenfeld.(4) und Hr. Johann Seemiller von Maisach.
 

1789

Feyerlichst gehaltenes Hauptfreudenschie├čen von einer devotesten Sch├╝tzengesellschaft der kurf├╝rstlichen Haupt= und Residenzstadt M├╝nchem vom 3. bis 8. August zu Ehren gl├╝cklicher Zur├╝ckkunft und andauernder Gesundheit des durchleuchtigsten Kur= und Landesf├╝rsten Karl Theodor,
Teilnahme  des Hr. Hofgerichtsadvokaten und Klosterrichters aus F├╝rstenfeld,
128. Hr. Johann Anton Pruggmayr, Handelsmann in F├╝rstenfeldpruck
149. Hr. Johann Adam Pruckmayr, Br├Ąuerssohn von F├╝rstenfeldpruck
320. Hr. Joseph Steinhardt, J├Ągerjung von F├╝rstenfeldpruck (5)

 

 

7.10.1796

In einer Urkunde von Kurf├╝rst Karl Theodor an die ,,althergebracht privilegierten Schie├čst├Ątten" Zwecks Einf├╝hrung einer neuen Sch├╝tzenordnung, ist auch F├╝rstenfeldbruck genannt.

 (2)

1805

Laut Bekanntmachung vom 19. November 1805 hat die Sch├╝tzengesellschaft zu F├╝rstenfeld einen freiwilligen Kriegsbeitrag von 60 fl 12 kr gegeben.
 

1806

Nachdem Bayern 1806 zum K├Ânigreich ernannt wurde, trugen die in der Urkunde aufgef├╝hrten Gesellschaften die offizielle Bezeichnung ,,K├Âniglich Privilegierte Sch├╝tzengesellschaften".
 

1825

1825 errichtete die Marktgemeinde an der Maisacher Str. (Pl. N.  700 1/29) eine neue Schie├čst├Ątte.
 

1829

Die Marktsgemeinde hat den damaligen Schie├čplatz mit einer Planke umgeben und mit B├Ąumen bepflanzen lassen und vom 30. September 1829 ab die Nutzung dieses Platzes gegen j├Ąhrlich 10 fl an die K├Âniglich privilegierte Sch├╝tzengesellschaft verpachtet
 

1843

Diese Schie├čst├Ątte wird mit besonderen Auflagen (Kaufbrief um 642 fl) von der Marktgemeinde-Verwaltung, vertreten durch den Marktvorstand Bernhard Hayd und Joseph Rehm, an den Bierbrauer Strobl (Gerbl-Keller) verkauft. (3) ab hier bis 1869)
 

1848

29. Juni 1848 findet ein Kranzel-Schie├čen in Bruck statt.
17. Oktober 1848 Kirchweih Scheiben–Schie├čen. (Kopie Buch 1848, S.2)
 

1849

16. Oktober 1849 Kirchweih Schie├čen und Sch├╝tzenball; Einladung des Commandos des IIIten Bataillons des K├Ânigl. Infantrie Regiments K├Ânig (Kopie Buch 1848, S.7l)
 

1852

Am 5.September fand ein Vogelschie├čen in Friedberg statt, zu dem die Sch├╝tzengesellschaft am 15.August eingeladen wurde.

Schriftverkehr mit dem kgl. Landgericht Bruck:
“Die Schie├čst├Ątte zu Bruck betr.
Nachdem die Maisacher Stra├če in ihrem Verkehre viel bedeutender geworden ist, als die├č fr├╝her der Fall war, so steht unzweifelhaft fest, da├č die Schie├čst├Ątte an ihrem dermaligen Platze nicht nur unpassend, sondern selbst gef├Ąhrlich ist.
Es ist vor allem in Berathung zu ziehen, ob nicht ein anderer be├čerer Platz f├╝r die Schie├čst├Ątte zu ermitteln ist.
Binnen 14 Tagen ist hier├╝ber Anzeige zu erstatten.  
          Am 15 August 1852,  der K. Landrichter Paur”

Nachdem die Schie├čst├Ątte gesperrt wurde, stellte die Gesellschaft das “Ansinnen” die Schie├čst├Ątte doch wieder, wenigstens 2 bis 3 Mal im Jahr nutzen zu d├╝rfen, nachdem kein besser Platz vorhanden ist und keine Mittel vorhanden sind, der Auflage die Schie├čmauer zu erh├Âhen, nachzukommen
Weiterhin wurde hier ja seit undenklichen Zeiten gescho├čen und es war kein einziger Unfall zu beklagen.

Dies wurde jedoch abschl├Ągig beschieden und die Erf├╝llung der baulichen Auflagen gefordert.
 

1853

findet aus Sicherheitsgr├╝nden das Kirchweihschie├čen am 18. Oktober auf dem Schie├čplatz am Kloster F├╝rstenfeld statt (“Mit innigstem Frohsinn ziehen wir nach F├╝rstenfeld hin“).
Weiterhin noch ein Kr├Ąnzel-├ťbungsschie├čen mit P├╝rschstutzen am 30. Oktober, ebenfalls am Kloster.
 

1854

Vogelschie├čen am 7. Januar

Nachdem der Besitzer der Schei├čst├Ątte Joseph Gerbl die gerichtlich geforderten baulichen Ma├čnahmen aus finanziellen Gr├╝nden nicht erbringen konnte, wurde nach einem anderen Grundst├╝ck Ausschau gehalten.
So erfolgte ein Umzug in die neue Schie├čst├Ątte auf dem Gel├Ąnde der Marthabrauerei (Sommerbier Keller). Mit dem damaligen Besitzer Anton Bergmaier wurde ein entsprechender Vertrag geschlossen. Dieser ├╝bernahm die Kosten der Errichtung und der Instandhaltung. Die alten Gerblischen Schie├čst├Ąnde wurden auf dem Versteigerungswege verkauft und der Erl├Âs an Herrn Bergmaier gegeben. Am 12. Juni wurde vom kgl. Landgericht der Schie├čstand genehmigt.

Zu dem am 13 Juni stattfindenden Kranzelschie├čen wurden auch die Offiziere des 4. Infantrie Regiments Gumpenberg eingeladen.
Das Hauptanfangsschie├čen war am 24. und 25. Juni 1854 mit Musik und Speisen. Hierbei nahmen die Offiziere des 4. Infantrie Regiments Gumpenberg teil. Sie widmeten zum Andenken an ihren Aufenthalt zu Bruck vom 20. April bis 9 Juli 1854 ein gemaltes Erinnerungsblatt

Es wurden noch 2 weitere Kr├Ąnzelschie├čen auf der neuen Schie├čst├Ątte durchgef├╝hrt. Weiterhin das Krichweihschie├čen mit Hochzeitsschie├čen und abermaliger Teilnahme des Offizierscorps.

Hier wurde der Schie├čbetrieb mit Feuerstutzen bis 1937 durchgef├╝hrt. Der Schie├čbetrieb mit Kleinkaliber und sp├Ąter mit Luftgewehr fand im Marthabr├Ąu bis zum Umbau der Brauerei und ├ťbergabe im Erbwege an die Erzbisch├Âfliche Klerikalseminar-Stiftung M├╝nchen und Freising statt. Bis dahin war hier auch das Sch├╝tzenheim
 

1855

Am 18. Februar schrieb der abtretende Sch├╝tzenmeister Adam Pruggmayr ein Erinnerungsgedicht an das Brucker-Wochenblatt.
Ein Maischie├čen fand am 1.Mai statt.
Der Sch├╝tzenmeister stellte am 6.Mai einen Antrag beim k├Ânigl. Landgericht Bruck um das Bestellen eines k├Ânigl. Sch├╝tzenkomissars.
Die Funktion des Sch├╝tzenkommissars bei der priv. Sch├╝tzengesellschaft Bruck wurde dem k. Landgerichtsassessor Herrn H├Â├č ├╝bertragen
Wiederum ein Hochzeitsschie├čen wurde am 15. Juli abgehalten und am 16. Oktober ein Kirchweih P├╝rschstutzen Schie├čen.
 

1856

Gesellschafts Maisfest mit P├╝rschstutzenschie├čen am 12. Mai und ein Hochzeitsschie├čen am 22 Juni. Am 7. September ein Kr├Ąnzchen-Schie├čen und das Kirchweihschie├čen am 21. Oktober.
 

1857

Gesellschafts Maisfest mit P├╝rschstutzenschie├čen am 1. Mai und ein Hochzeitsschie├čen am 16 August.
Bei der Abhaltung des landw. Bezirksfestes am  21 u 22 September wurde ein Fest-Schie├čen ausgetragen, bei dem sich 88 Sch├╝tzen beteiligten.
Im Oktober fand das traditionelle Kirchweihschie├čen statt.
 

1858-59

Es wurde von den Sch├╝tzenmeistern keine Aufschreibung gepflogen.
 

1860

Das Maifestschie├čen wurde am 3.Mai abgehalten.
 

1861

Das Maifestschie├čen wurde am 1.Mai abgehalten und das Kirchweihschie├čen am 20. Oktober.
 

1862

Das Maifestschie├čen wurde am 18.Mai abgehalten.
 

 

<hier fehlen noch die Jahre bis 1869, danach sind l├Ąngere Zeit keine Aufzeichnungen bekannt>
 

1868

In diesem Jahre wurde eine neue ,,Allgemeine Sch├╝tzen-Ordnung f├╝r das K├Ânigreich" erlassen. Sie ist auch heute noch von Bedeutung, denn in der g├╝ltigen ,,Satzung f├╝r Privilegierte Sch├╝tzengesellschaften in Bayern hei├čt es unter ┬ž 1 Abs. 2: "Die Gesellschaft besitzt Rechtspers├Ânlichkeit aufgrund der ‘Allgemeinen Sch├╝tzenordnung f├╝r das K├Ânigreich Bayern vom 25. August 1868(RegBl. SP. 1729)’ und erkennt die Allgemeine Sch├╝tzenordnung an."
 

1911

Die priv. Feuersch├╝tzengesellschaft F├╝rstenfeldbruck hielt bei reger Teilnahme am Sonntag [28.Mail 1911] ihr Anfangsschie├čen ab. Preise haben sich errungen die Herren:
Haupt: 1. Riebel Valentien, Bauf├╝hrer F├╝rstenfeldbruck, 2. Sighart Paul, 2. Sch├╝tzenmeister, F├╝rstenfeldbruck, 3. Johann Bauer, 1. Sch├╝tzenmeister, F├╝rstenfeldbruck, 4. HaberlandJosef, Pasing, 5. Dieter Franz. M├╝nchen.
Gl├╝ck: 1. Bachschneider August, M├╝nchen, 2. Straub Willy, M├╝nchen, 3. Steiner Sebastian jun., F├╝rstenfeldbruck, 4. Schwoyer Hans, M├╝nchen, 5. Heller Hans, M├╝nchen.
Ring: 1. Bachschneider August, 2. Sihart Paul, 3. Heller Hans, 4. Haberland Josef, 5. Dieter Franz.
(Quelle: Brucker Wochenblatt vom Donnerstag den 1.6.1911)

1928-32

In der F├╝stenfeldbrucker Zeitung wird von verschiedenen Aktivit├Ąten berichtet. Sonnt├Ągliches Kranzlschie├čen, Hochzeits- und Jubil├Ąumsschie├čen. Von einer Vorstandswahl wird berichtet.

1935

Brief mit gedrucktem Briefkopf der K. Priv. Feuersch├╝tzengesellschaft F├╝rstenfeldbruck. vom 04.01.1935. Beantragt wird die Erlaubnis mit dem Zimmerstutzen in der Kegelbahn des Marthabr├Ąukellers zu schie├čen.
 

1937

Sp├Ąter wurde mit Kleinkaliber geschossen, und nach dem Umbau dar Brauerei und ├ťbergabe im Erbwege an die Erzbisch├Âfliche Klerikalseminar-Stiftung M├╝nchen und Freising - mit Zimmerstutzen und Luftgewehr auf 10 Meter.
 

1938

Aufl├Âsung der Sch├╝tzengesellschaft, da wohl keine Eingliederung in den Wehrsport erw├╝nscht war.
 

1951

Gr├╝ndung der Sch├╝tzengesellschaft F├╝rstenfeldbruck
Einladung zur Versammlung im Martha - Br├Ąu am 13.10.1951 (Einladungsliste)
Am 20.10.1951 fand das erste Schiessen der Sch├╝tzengesellschaft F├╝rstenfeldbruck statt. (Protokoll)
 

1951/10

Die Sieger des Kirchweihschie├čens
Das von der Sch├╝tzengesellschaft F├╝rstenfeldbruck durchgef├╝hrte Kirchweihschie├čen [20.10], das zugleich als Er├Âffnungsschie├čen der neugegr├╝ndeten Gesellschaft ausgetragen wurde, war besonders auch von ausw├Ąrtigen Sch├╝tzen sehr gut besucht. Erster Sch├╝tzenmeister Saam hie├č die 41 Sch├╝tzenkamerade herzlich willkommen, die an den in der Kegelbahn im Marthabr├Ąu-Sommerkeller errichteten Schie├čst├Ąnden ihr Gl├╝ck versuchten. Hans Schlemmer, Jesenwang, gewann die vom Kunstmaler Ernst Crasser angefertigte Ehrenscheibe. Ein gemeinschaftliches Essen, das in der K├╝che des Vereinswirtes Joseph Nagerl bestens zuberetet war, half die kameradschaftliche Verbundenheit aller Sch├╝tzen festigen.

Die einzelnen Preistr├Ąger auf den verschiedenen Scheiben waren:
Festscheibe: 1. Hans Schlemmer, Jesenwang, 189 Teiler; 2. Joseph Bauer, ├ťberacker, 416 T.; 3. Hans Gr├Â├č, TuS F'Bruck, 537 T.; 4. Trager, Germering, 539 T.; 5. Seethaler, Emmering, 778 T.; 6. Joseph Schn├Âdt sen., Sch├╝tz.-Ges. F'Bruck, 977 T.; 7. Joseph Ruef, Sch├╝tz.-Ges. F'Bruck, 980 T.; 8. Hermann Grischy, TuS F'Bruck, 995 T. –
Punktscheibe: 1. Mayr, Einsbach. 24 T.; 2. Trager, Germering, 45 T.; 3. Hermann Grischy, TuS F'Bruck, 51 T.; 4. Alois Saam, Sch├╝tz.-Ges. F'Bruck, 74 T.; 5. Dieterle, Olching, 96 T.; 6. Anton Richter, Sch├╝tz.-Ges. F'Bruck, 100 T.; 7. Georg Kurzhals, Sch├╝tz.-Ges. F'Bruck, 101 T.; 8. Hans Schlemmer, Jesenwang, 135 T.; 9. Dr. Schwabe, TuS F'Bruck, 138 T.; 10. Benedikt Bauer, TuS F'Bruck, 157 T.
Meisterscheibe: 1. Dieter1e, Olching, 22 Ringe; 2. Trager, Germering, 22 R.; 3. Heribert Schn├Âdt, Sch├╝tz.-Ges. F'Bruck. 21 R.: 4. Hans Gr├Â├č, TuS F'Bruck, 21 R.; 5. Karl Krau├č Sch├╝tz.-Ges. F'Bruck, 21 R.; 6. Hermann Grischy, TuS F'Bruck, 20 R.; 7. Riedl, Olching, 20 R.; 8. Joseph Jaufmann. Emmering 20 R.; 9. Heinrich Schmidt, Olching, 19 R.

Der n├Ąchste Schie├čtag der Sch├╝tzengesellschaft F├╝rstenfeldbruck findet am Samstag, 3. November,  19 Uhr, im Marthabr├Ąukeller statt.

Quelle: Brucker Nachrichten vom 24.10.1951

1952/01

Am 31.12.1951 wird in den Brucker Nachrichten auf die am 1. Januar 1952 stattfindende Versammlung der Sch├╝tzenmeister in der Marthabr├Ąu hingewiesen.

1952/03

Am 15. M├Ąrz l├Âst sich die Hauptsch├╝tzengesellschaft (erst 1951 gegr├╝ndet) auf, s├Ąmtliche Mitglieder treten der wiedergegr├╝ndeten K├Ânigl. Privil. Feuersch├╝tzengesellschaft F├╝rstenfeldbruck bei, laut Protokoll vom 15.3.1952. Unterschrieben von Alois Saam und Heinrich  R├Â├čig (Protokoll) Siehe auch Zeitungsbericht vom 17.3.1952
Schie├čbetrieb im Marthabr├Ąu-Keller.

 

 

1973

1973 errichtete die Stadt ein neues Sch├╝tzenheim im Hallenbad ein, in dem auch die TUS-┬şSch├╝tzen und die Ampersch├╝tzen ihren Schie├čbetrieb durchf├╝hren
 

1981

Seit diesem Jahr  finden wieder Schie├čen mit dem traditionellen Feuerstutzen statt.
 

1989

Von Februar bis Februar 1990 wegen Umbaus des Hallenbades bei den Emmeringer Sch├╝tzen mitgeschossen.
 

1992

Erstmals wieder Salutschie├čen (mit Feuerstutzen) an der Fronleichnamsprozession.
 

1993

(Dez) Gr├╝ndung einer B├Âllersch├╝tzengruppe, die zu kirchlichen und anderen offiziellen Festen auftritt.
 

1995

├ťbertragung der Salutkanone der Stadt FFB als Leihgabe an die Gesellschaft.
Sie wurde von Mitgliedern der B├Âllergruppe mit viel Aufwand restauriert und wieder zum Schie├čbetrieb zugelassen.
Erstmals eingesetzt anl├Ąsslich der 60j├Ąhrigen Stadterhebungsfeier im Klosterbereich F├╝rstenfeld.
 

1996

Seit 1996 finden wieder Schie├čen mit dem Zimmerstutzen statt.
 

aktuell

Heute hat die K├Âniglich Privilegierte Sch├╝tzengesellschaft  83 Mitglieder. Geschossen wird jeden Dienstag ab 19 Uhr, mit Luftdruck-, C02-, und Pressluftgewehren und Pistolen auf 10 Meter. Zwei Mannschaften nehmen an den Gau-Rundenwettk├Ąmpfen teil. Drei Sch├╝tzen nehmen bei den Bayerischen Meisterschaften beim Vorderladerschie├čen mit ihren Perkussionsgewehren teil.

Zwei gro├če Sch├╝tzenketten, deren ├Ąlteste Taler aus dem Jahre 1952 bzw. 1954 sind, werden j├Ąhrlich beim K├Ânigsschie├čen neu ausgeschossen. Die alten K├Ânigsketten gingen in den Kriegswirren verloren.

Nicht nur die Tradition, sondern auch das gesellschaftliche Zusammenleben wird bei den ,,Feuersch├╝tzen" gro├č geschrieben, wie viele gemeinsame Schie├čen, Veranstaltungen, Feste und Ausfl├╝ge mit gro├čer Beteiligung beweisen.

 

Waffen

Feuerstutzen Kaliber 8,15 x 46 R (System Aydt Ser.-Nr. 015)

Bis zur Einf├╝hrung des Kleinkaliber-Schie├čsports in den fr├╝hen 20er Jahren wurde mit diesen Scheibengewehren auf 100 m bzw. 130 m Entfernung geschossen.

Die Patrone wurde damals ├╝berwiegend mit Schwarzpulver geladen. Heute wird diese Patrone mit NC-Pulver von fachkundigen Sch├╝tzen, mit Erlaubnis des Landratsamtes, wiedergeladen. Seit ca. 20 Jahren wird mit diesem Gewhr wieder das traditionelle Schie├čen auf bemalte Holzscheiben ausgetragen.

Zimmerstutzen Kaliber 4,5 mm (System Stiegele)

Dieser Zimmerstutzen wurde aus einem Feuerstutzen umgebaut.

Aus Mangel an 100 m St├Ąnden und anderen wirtschaftl. Gr├╝nden wurden des ├Âfteren Feuerstutzen in Zimmerstutzen umgebaut. Dieses Gewehr hatte damals die Stellung, welche heute das Luftgewehr einnimmt. Geschossen wird mit Z├╝ndh├╝tchen und Rundkugel auf 10 m bzw. 15 m. Die Feuersch├╝tzengesellschaft f├╝hrt mit dem Zimmerstutzen seit einigen Jahren wieder Preisschie├čen durch.

Handb├Âller Kaliber 16,0 mm (Stangassinger)

Richard Stangassinger, B├Âllermacher aus Berchtesgaden. stelle diesen Handb├Âller her. In diesem d├╝rfen 15 Gramm B├Âllerpulver mit einer Verd├Ąmmung aus Korken verschossen werden. Es wird nur zu besonderen Anl├Ąssen, wie Fronleichnam etc., geb├Âllert.

Sportsch├╝tzen Luftgewehr Kaliber 4,5 mm

Moderne Luftgewehre f├╝r normales ├ťbungs- und Wettkampfschie├čen.
 

Quellen:

1)        Stadtchronik von Jakob Gro├č, 1877 Nachdruck 1984, ├╝berarbeitet von Otto Bauer

2)        Das bayerische Sch├╝tzenwesen von Gerhart Dotzauer

3)        Kopiebuch der Gesellschaft 1848 bis 1868

4)        Anzeige der s├Ąmmtlichen Herrn Sch├╝tzen 1786

5)        Anzeige der s├Ąmmtlichen Herrn Sch├╝tzen 1789

6)        Der Sch├╝tzenverein, Michael Graf (Hrsg.) 1997

 

Stand: 4/2004